Wer bestimmt, wie viele Aktien ausgegeben werden?

Von Dienstag, Mai 30, 2017 0 No tags Permalink

Um eine Aktiengesellschaft zu sein, muss eine Firma bereit sein, Anteile zu verkaufen: Aktien sind nichts anderes als Anteile an einer Firma.

Diese muss natürlich in ihrem Wert glaubwürdig eingeschätzt werden: Der Betreiber einer Pommes-Bude am Werkstor von Daimler kann nicht einfach so viele Aktien zum selben Preis in Umlauf bringen wie Daimler, da dies in kaum einer Relation stehen würde. Wer bestimmt, wie viele Aktien ausgegeben werden?

Bei einem Neustart sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Nicht jeder Konzern darf an die Börse. Der Wert der Unternehmung wird von unabhängigen Finanzfachleuten eingeschätzt. Der DAX etwa ist ein Nobelklub der 50 wertvollsten Firmen Deutschlands.

Es genügt nicht, ohne entsprechende Referenzen einen Mitgliedsantrag zu stellen: Die anderen Großen müssen zustimmen und der Unternehmung ihren Respekt erweisen. Sehr interessant ist das ganze Prinzip bei Gründeraktien. Denn diese sind besonders wertvoll und es ist immer sehr schwer Mittel und Wege um Gründeraktien zu kaufen zu finden.

Wenn der Betrieb nun etwa auf einen Wert von EUR 100,- Mio geschätzt wird, ist es indes danach Sache der Unternehmung, zu entscheiden, ob man zehn Millionen Aktien zu jeweils EUR 10,- verkaufen möchte oder lediglich 100 Aktien zu jeweils EUR 1,- Mio.

Dieses Verhältnis bestimmt danach natürlich die Frage, wie viele Personen letzten Endes in einer Aktionärsversammlung mitbestimmen dürfen.

Wer bestimmt, wie viele Aktien ausgegeben werden, hängt also davon ab, wie die bisherigen Eigentümer sich entscheiden. Ein gutes Beispiel ist hier die Großfirma „Volkswagen„, die sich letzten Endes im Besitz zweier Familien befindet.

Die Familienmitglieder achten unter Hinzuziehung zahlreicher Anwälte sorgsam darauf, dass die Besitzverhältnisse nicht zu Gunsten von Nichtmitgliedern der Familie kippen.

Es geht um Kapitalerhöhung der Aktiengesellschaft

Eine weitere Frage ist es, wie die Aktienausgabe geregelt wird, wenn eine Unternehmung weitere Aktien herausgeben möchte. Dies ist eine häufig verwendete Art, um das Kapital einer wachsenden Unternehmung zu erhöhen. Hier wird letzten Endes vom Vorstand und damit von den Aktionären festgelegt, wie viele Aktien und zu welchem Kurs ausgegeben werden.

Fakt ist, dass in der demokratischen Welt keine Regierung das Recht hat, die Ausgabe von Aktien eines nicht staatlichen Unternehmens zu steuern. Die Neuausgabe von Anteilsscheinen an einem Unternehmen ist daher im Grunde streng demokratisch.

Anders mag dies bei der öffentlichen Emittierung sein: Bei einer Neuausgabe ist es in der Regel zunächst so, dass ein Aufsichtsrat darüber bestimmt, in welchem Umfang die Aktien in den freien Verkauf gelangen.

Zudem wird in zumeist eher geschlossenen Gremien darüber beraten, wie sich die Mehrheitsverhältnisse an der gesamten Unternehmung zu entwickeln haben, was sicher richtig ist.

Bei einer Neuausgabe von Aktien entscheidet in Deutschland die Mathematik: Wenn das Unternehmen etwa von 5.000 auf 6.000 Anteile die Anzahl der umlaufenden Aktien erhöhen möchte, wird die Neuausgabe entsprechend berechnet.

Ähnlich wird im angelsächsischen Wirtschaftsraum mit einer Quote von 6-5 agiert, da hier die Neuemission reglementiert wird.

Insgesamt kann man als Aktionär in Deutschland von einer gewissen Fairness und einer funktionierenden Regulierung ausgehen, da sich hochrangige Institute damit befassen, Missbräuche an den Finanzmärkten zu verhindern.

Wer bestimmt, wie viele Aktien ausgegeben werden, ist weitgehend den Märkten überlassen. Der Ausbruch einer finanziellen Anarchie ist indes zu weiten Teilen ausgeschlossen.
Deutschland und ein großer Teil der Welt haben aus den verheerenden Verfehlungen in den USA und anderen unregulierten Staaten durchaus gelernt, so dass das ungebremste Spekulantentum sich auf die Ausgabe von Aktien nicht mehr auswirken sollte.

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